Lassen Sie mich an dieser Stelle darlegen, wie unser Handeln im letzten Jahr die Zukunft der FCI beeinflussen wird. Ich leugne nicht, dass wir unsere Erfolge zusammenfassen und begründen müssen, warum wir so oder so vorgegangen sind. Dennoch möchte ich auch auf unsere Zukunft als internationale Organisation und allem voran auf die Zukunft unserer Hunde weltweit eingehen.

Im letzten Jahr waren drei Aspekte prägend: Zusammenarbeit, Innovation und Vorbereitung auf die Zukunft. Diese drei Schlagwörter werden unsere Organisation durch das nächste Jahr geleiten.

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Rafael de Santiago
FCI-Präsident
Die weltweite FCI (1922-2011)
von Y. De Clercq, FCI-Exekutivdirektor, 1998-...
Part 6/7

1975 hat Marokko die Ehre, die FCI-Generalversammlung zu organisieren. Präsident ist M. Messaouden. Innerhalb von fünf Jahren, seit 1970, ist die Zahl der CACIB-Ausstellungen von 121 auf 167 gestiegen (gesamte Teilnehmerzahl: 138.252 Hunde), was ein regelmäßiges Wachstum darstellt. Es wurden immerhin 342 CACIT-Prüfungen organisiert. Es wird festgestellt, dass von (nur) 14 bestätigten CIT-Titeln keiner für Gebrauchshunde war (es gibt nicht genug Gebrauchshundeprüfungen); alle wurden für Jagdhunderassen vergeben. Die Tätigkeit der FCI wird immer intensiver, mit 16.946 CACIBs und 1.051 bestätigten CIB-Titeln.
Da nun für die Registrierung von Zwingernamen - die weiterhin von der UCRSH ausgeführt wird - eine Gebühr verlangt wird (200 BEF bzw. 5 €), ist ein Rückgang um 50 % gegenüber 1973 festzustellen.

In Herning (Dänemark) verabschiedet die Generalversammlung 1977 im Anschluss an heftige Diskussionen neue vollkommen überarbeitete Statuten, die mit 22 Fürstimmen und 3 Gegenstimmen angenommen werden.
Die wichtigste Änderung sieht vor, dass die FCI zwei Präsidenten haben wird: einer wird den ehrenvollen Titel des „FCI-Präsidenten" tragen; seine Hauptaufgabe besteht darin, den Vorsitz der Generalversammlung zu übernehmen. Der zweite Präsident wird den Titel „Präsident des FCI-Vorstands“ tragen, und die Vorstandssitzungen leiten, so dass er für die Arbeit der FCI und ihre geschäftlichen Orientierungen verantwortlich ist. Wie es bereits seit mehreren Jahrzehnten der Fall ist, wird die nächste Generalversammlung jeweils vom Land des FCI-Präsidenten organisiert. Allererster Präsident des FCI-Vorstands wird C. Schoor. Die nächste Konferenz wird in Mexiko stattfinden, da Frau Th. von Taden die gewählte FCI-Präsidentin ist.

In Mexiko erhält die FCI einen neuen Generalsekretär: J. Catzenstein. Zusätzlich umfasst der FCI-Vorstand infolge der 1977 verabschiedeten Ergänzungen erstmals Vertreter der geographischen Sektionen. Diese noch heute bestehende Struktur ist von grundlegender Bedeutung, da sie den verschiedenen Regionen der Welt die Möglichkeit gewährt, ihre Standpunkte auszudrücken und zu verteidigen.

Ein Jahr später in Bern informiert Schoor die Versammlung über die Einrichtung eines FCI-Vorstands, der den Präsidenten, den Vizepräsidenten und den Schatzmeister umfasst.

Im Jahr 1980 dehnt sich die FCI weiter aus und umfasst nun 36 Vollmitglieder und 10 assoziierte Mitglieder.
Die wissenschaftliche Kommission der FCI regt dazu an, Afterkrallen nicht mehr als rassespezifische Eigenschaft aufzuführen.

In Anbetracht der Ausdehnung der FCI und der wirtschaftlichen und finanziellen Konsequenzen, die damit einhergehen, wird beschlossen, mit einem „externen“ Buchhalter zusammenzuarbeiten. Der neue Präsident des FCI-Vorstands, der von diesem gewählt wird, ist H. Lestienne.

1981 tritt die FCI der FAO (Food and Agriculture Organisation) bei, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Die Société Royale Saint-Hubert, die 1982 ihr hundertjähriges Bestehen feiert, wird ausgewählt, um in Brüssel die erste Sektionsausstellung Europa zu organisieren, die als „European Championship“ bezeichnet wird. Die FCI beschließt, den anderen „geographischen“ Sektionen ebenfalls die Möglichkeit einzuräumen, ihre eigene regionale Meisterschaft zu veranstalten. Der neu gewählte FCI-Präsident ist T. Kariyabu.

Aus unbekannten Gründen scheint im Jahr 1982 keine Generalversammlung stattgefunden zu haben, da das Protokoll der Tagung von 1983 mit der Genehmigung des Protokolls der Versammlung aus dem Jahr 1981 beginnt, ohne Bezugnahme auf die Ausgabe von 1982.

Bei der FCI-Generalversammlung 1983 in Madrid wird ein neuer Generalsekretär ernannt, E. Defraiteur, infolge des Rücktritts von Catzenstein. Mit den Fortschritten auf wissenschaftlichem Gebiet wird erstmals die künstliche Besamung erwähnt.
In den letzten Jahrzehnten wurden echte Bemühungen für das Wohlergehen der Rassen bei der FCI gemacht, und Dr. Raeber zitiert den großen französischen Philosophen J.J. Rousseau: „eine Mischzucht ist das Ergebnis der Natur, und die Hunderassen sind künstliche Schöpfungen; sie sollten nicht auf der Basis von Fehlern geschaffen werden, die den Hunden schaden könnten.“

E. Defraiteur (BE), FCI Generalsekretär (1983-1992)

Im Anschluss an die Generalversammlung wird B. Lagerblad zum Präsidenten des FCI-Vorstands gewählt. Leider muss er sich 1984 aus Gesundheitsgründen zurückziehen, und wird von W. Hiedl als Präsident des FCI-Vorstands abgelöst.

W. Hiedl (AT), Präsident des FCI-Vorstands (1984)

Die 1985 in Amsterdam stattfindende Generalversammlung ist erwähnenswert, da im Anschluss an den Rücktritt von W. Hiedl und den Tod von Lagerblad Hans W. Müller, der bereits seit einigen Jahren Vorstandsmitglied war, zum neuen Präsidenten des FCI-Vorstands ernannt wird. Sechsundzwanzig Jahre später ist H. Müller immer noch Präsident, und er hat eine maßgebliche Rolle bei der schnellen Entwicklung und dem Wachstum der FCI in den vergangenen 25 Jahren gespielt. Ab 1985 wird die Generalversammlung im Zweijahresrhythmus stattfinden, und nicht mehr auf jährlicher Basis. Die Welthundeausstellung bleibt jedoch eine jährliche Veranstaltung.

H. Müller (CH), FCI-Präsident (1984-2013)

Zwei Jahre später wird in Jerusalem berichtet, dass die FCI-Geschäftsstelle nun mit Computern ausgestattet ist. Dank der von Prof. R. Triquet (FR) geleisteten Schwerstarbeit wird außerdem eine neue Rassennomenklatur verabschiedet, die noch heute von den meisten Hundeorganisationen verwendet wird, und als DIE Nomenklatur par excellence betrachtet wird. Außerdem wird das Modell der Rassestandards geändert.

FCI-Generalversammlung 1989 in Jerusalem, Genehmigung der neuen Rassennomenklatur

1989 zählt die FCI 65 Mitglieder.

1991 in Dortmund wird Australien und Taiwan der Status von Vollmitgliedern gewährt, während Gibraltar und El Salvador als assoziierte Mitglieder aufgenommen werden. Die Zahl der CACIB-Ausstellungen erreicht 264 (durchschnittliche Teilnehmerzahl: 1.241 Hunde), und das FCI-Personal hat immerhin 36.759 CACIBs bestätigt. Es besteht kein Zweifel, dass die FCI weiterwächst.

Der Versammlung wird das erste selbstverlegte FCI-Magazin vorgestellt. Sein Ziel besteht einfach darin, „die Bindung durch die Mitgliedschaft zwischen unseren Verbänden und der Föderation zu stärken, und die Kommunikation und den Informationsaustausch zu fördern.